Was sagt eine Wetterhaube und ein Gestaltungsplanverfahren über die Politik einer Gemeindebehörde aus.

André Dubs, Regensberg

Am 7. März stehen in Regensberg Gemeinderatswahlen an. Gelegenheit also, das Augenmerk nochmals kurz auf die brisanteste Angelegenheit der letzten 8 Jahre zu lenken. Im Zusammenhang mit den Gestaltungsplänen Höfli, Pünt, Brunngassrain und Staldern ist es mir hier ein Anliegen, die Konsequenzen der Informationspolitik der Gemeindebehörden näher zu betrachten. Der inzwischen realisierte Wetterschutz auf dem Turm von Regensberg steht für auffallende Parallelen zum noch hängigen Verfahren der Gestaltungspläne.

Wetterschutz auf dem Turm

Die Angelegenheit Wetterschutz auf dem Turm hat klar aufgezeigt, dass eine rechtzeitige und gut verständliche Information dazu beitragen könnte, nachträgliche, starke Missbilligung zu vermeiden.

So hat die breite Öffentlichkeit Regensbergs die filigrane Lattenkonstruktion auf dem Turm im Verlauf der Bauausschreibung während des letzten Winters schlicht nicht bemerkt. Erst nach Vollendung der dunklen, gut sichtbaren Polyesterhaube war für alle ersichtlich was geschehen war.

Die innert kurzer Zeit gesammelten 86 Unterschriften zur Unterstützung einer Bitte, die unversehrte Erscheinung des Turmes wieder herzustellen, sind ein deutliches und unmissverständliches Zeichen der Ablehnung.

In der darauf folgenden unschönen Auseinandersetzung wurden Gräben aufgeworfen und Wunden geschlagen.

Wie wäre es wohl herausgekommen, wenn ein Gemeindepräsident diese Entwicklung vorausgesehen hätte und bei den Verantwortlichen der Bauherrschaft rechtzeitig eine Visualisierung und Diskussion mit der Regensberger Bevölkerung angeregt hätte?

Wetterschutz auf dem Turm  

Gestaltungspläne Höfli, Pünt, Brunngassrain, Staldern
Gestaltungspläne Höfli, Pünt, Brunngassrain, Staldern

Vor 5 Jahren war die Bevölkerung bekanntlich zu 3 Orientierungsversammlungen in Sachen Gestaltungspläne zur Überbauung umgezonter Landparzellen eingeladen worden. Fazit bleibt, dass auf viele Einwände nur ungenügend oder gar nicht eingetreten worden war und die Antwort auf manche Frage leider offen blieb. Trotzdem geschah während den 20 folgenden Monaten bis zur Gemeindeversammlung am 25. Oktober 2006 nichts, das erkennen liess, dass der Gemeinderat und insbesondere sein Präsident, der Bauvorstand sowie die Baukommission die Gelegenheit zur Ausmerzung dieses offensichtlichen Mankos hätte ergreifen wollen.

Die Beantwortung der Frage, warum die Pläne schliesslich doch angenommen wurden, überlasse ich jedem selber. Für mich steht jedenfalls fest, hätte die Bevölkerung bereits vor 5 Jahren alle Informationen erhalten, die ihr zustehen, das Abstimmungsresultat hätte sehr wohl anders lauten können. Die eingangs erwähnte Entwicklung in Bezug auf die Wetterhaube auf dem Turm lässt diese Vermutung sicher zu.

Im Gegensatz zur Polyesterhaube, die - guter Wille vorausgesetzt - jederzeit gegen eine passende Lösung ausgetauscht werden könnte, würde die Realisierung der unpassenden und zum Teil massiven Bauten auf den Parzellen Höfli, Pünt, Brunngassrain und Staldern während Jahrzehnten ein ständiges Ärgernis darstellen (siehe Visualisierungen und die Bemerkung dazu).

In diesem Sinne wünsche ich dem sich nun neu konstituierenden Gemeinderat die Kraft und den Mut sich einer offenen Informationspolitik zu verschreiben. Dies auch im Wissen, nicht stets die eigenen Ideen in Vollendung verwirklichen zu können, dafür aber langfristig mehrheitsfähige und umsetzbare Lösungen zu erarbeiten.

Es freute mich – und ich würde es nicht versäumen – wenn ich dem neuen Gremium eines Tages eine Internetseite unter evviva-regensberg widmen dürfte.

Höfli
Höfli mit "Schokoladenseite" von Regensberg

Pünt, Brunngassrain, Staldern

Bemerkung zu den Visualisierungen der Gestaltungspläne

Da weder am Versammlungsabend noch während den letzten 3 Jahren eine Visualisierung der geplanten Überbauungen im realen Umfeld präsentiert wurde, entschloss ich mich, in Zusammenarbeit mit einem renommierten Architekturbüro in Zürich, eine solche mittels einfachen Renderings nachzuholen. Das Ergebnis nimmt für sich nicht in Anspruch, perfekt zu sein. Dies ist schwer möglich, lassen doch die zur Verfügung stehenden Unterlagen eine untadelige Darstellung kaum zu.

 

 

André Dubs
Unterburg 6
8158 Regensberg
kommentar@adieu-regensberg.ch

Pünt, Brunngassrain, Staldern